St.-Johannis-Gemeinde

SELK Bleckmar

St. Johannis Gemeinde

Seit dem 5.Dezember 1878 besteht eine freie evangelisch lutherische Gemeinde in Bleckmar. Diese Gemeinde hat eine gemeinsame Entstehungsgeschichte mit anderen ähnlichen Gemeinden, vor allem mit den beiden Kreuzgemeinden in Hermannsburg. Anlass für die Entstehung waren Vorgänge in der damaligen Hannoverschen ev.-luth.Landeskirche, als eine neue Ordnung für die Trauung in der Kirche eingeführt werden sollte. Grundsätzlich ging es bei der Gründung freier evangelischlutherischer Gemeinden allerdings um die Geltung der Heiligen Schrift als Gottes Wort und um die Geltung des ev.-luth.Bekenntnisses als verpflichtende Grundlage für alle Verkündigung in der Kirche. Zugleich sollte die staatliche Einflussnahme auf innere Angelegenheiten der Kirche abgewehrt werden.

Die aus der Landeskirche ausgetretenen Gemeindeglieder und die von der Kirchenleitung der Landeskirche abgesetzten Pastoren bildeten selbständige evangelisch lutherische Gemeinden, die sich zur „Hannoverschen ev.-luth.Freikirche“ zusammenschlossen. Sie verwalteten ihre Angelegenheiten fortan selbst, bauten und finanzierten eigene kirchliche Gebäude und bezahlten ihre Pastoren direkt und ohne staatliche Zuschüsse. In der Bleckmarer Gemeinde bildeten sich gleich ein Posaunenchor und dann auch ein Singchor. 1879 wurde die erste Kirche eingeweiht, 1880 das Pastorenhaus, in das 1882 als erster Pastor Friedrich Wolff einzog.

Von 1879 bis 82 wurde die Gemeinde von Pastor Theodor Harms aus Hermannsburg versorgt. Die Verbindung zwischen Bleckmar und Hermannsburg hatte schon Tradition: Bereits 20 Jahre vorher hatte der Gründer der Hermannsburger Mission, Pastor Louis Harms, den zweiten Tag des Hermannsburger Missionsfestes in Dageförde abgehalten. Sein Bruder und Nachfolger Theodor Harms setzte die Tradition mehrmals fort. Auf diese Weise war eine Verbindung nach Hermannsburg und zur Mission entstanden, die nun nachdem Theodor Harms durch die Landeskirche abgesetzt und Pastor der Freikirche geworden war noch gefestigt wurde. Die Verbundenheit mit der Mission gehörte damit zur Bleckmarer Gemeinde:

Als 1892 die Hannoversche ev.-luth.Freikirche eine eigene Missionstätigkeit für Südafrika begann, war es der Bleckmarer Pastor Wolff, der die ersten Missionsstudenten unterrichtete und auf ihren späteren Beruf vorbereitete. Die Bleckmarer Gemeinde baute neben dem Pastorenhaus im Jahr 1897 ein Missionshaus, das sie später der Mission schenkte. So wurde die Mission zur „Bleckmarer Mission“. Sie trägt heute den Namen „Lutherische Kirchenmission (Bleckmarer Mission)“ und hat nach wie vor ihren Sitz in Bleckmar. Die Seminarräume werden heute vornehmlich für Tagungen benutzt. Die Mission ist in ihrer Verwaltung und Organisation selbständig und unabhängig von der St. Johannisgemeinde.

Auf Friedrich Wolff, der 38 Jahre lang bis zu seinem Tod 1920 Pastor in Bleckmar war, folgten die Pastoren Johannes Salzmann (1922 54), Helmut Hujer (1956 74), Hans Peter Mahlke (1975 00) und Alfred Prange (2001-2005). Durch die Umsiedlungsaktion beim Bau des Truppenübungsplatzes in den dreißiger Jahren und durch Kriegsopfer im 2.Weltkrieg verlor die Gemeinde etwa 100 Mitglieder. Heute gehören zu ihr etwa 130 Gemeindeglieder.

Einen wesentlichen Teil des Gemeindelebens bildet die Arbeit des Posaunen und Kirchenchores. Es wird Kinder und Konfirmandenunterricht gehalten (je zwei Jahre). Angebote für die verschiedenen Generationen werden im Jugendkreis, Frauenkreis und beim Nachmittag für die ältere Generation gemacht. Seit 26 Jahren finden Kinderfreizeiten in den Sommerferien statt, an denen viele Kinder aus Bleckmar und den umliegenden Orten teilnehmen. Den Mittelpunkt bildet der sonntägliche Gottesdienst in der 1979 neu erbauten Kirche. Parallel zum Sonntagsgottesdienst wird regelmäßig Kindergottesdienst angeboten, so dass auch junge Familien gemeinsam mit ihren Kindern zur Kirche kommen können.

Die Gottesdienste und die anderen Veranstaltungen sind öffentlich; Gäste sind in der Gemeinde ganz herzlich willkommen.

Vor 30 Jahren, im Jahr 1972, haben sich die freien evangelisch-lutherischen Gemeinden und Kirchen in Deutschland zur „Selbständigen Evangelisch Lutherischen Kirche“ (SELK) zusammengeschlossen. Seitdem hat die Kirche einen eigenen Bischof in Hannover. In Oberursel (Taunus) unterhält sie eine kirchliche theologische Hochschule zur Ausbildung der Pastoren, die einen Teil ihres Studiums aber auch an Universitäten verbringen. Das Studium schließen sie mit dem 1.theologischen Examen ab, an das sich ein zweijähriges Vikariat mit dem 2.theologischen Examen und der Ordination anschließt.

Für die SELK und die Bleckmarer Gemeinde ist kennzeichnend: Die Heilige Schrift ist Gottes Wort und für die Kirche und die Christen verbindlich; das evangelisch lutherische Bekenntnis ist für die Pastoren Richtschnur in Predigt und Unterricht; die Kirche regelt ihre finanziellen Angelegenheiten selbst durch Beiträge und Spenden ihrer Mitglieder; die Arbeit der Chöre und das Singen der Gemeinde im Gottesdienst haben eine besondere Bedeutung; die Aufgaben der Mission und der Ausbreitung des Evangeliums werden aktiv mitgetragen; Kinder und Jugendliche haben ihren Platz in der Gemeinde; die Kirche und die Gemeinden sind dankbar für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die immer wieder ehrenamtlich Aufgaben übernehmen.

Evangelisch lutherische Kirchengemeinde

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